Weil du gegangen bist

Weil du gegangen bist…
Als Du gegangen bist, wünschte ich, du wärst einfach nur gegangen, denn ich spüre noch immer deine Gegenwart. Sie hält mich gefangen!
Diese Wunden scheinen niemals zu heilen, dafür ist der Schmerz zu stark. Es war einfach zu viel Gefühl! So viel, dass es selbst die Zeit niemals auslöschen kann...

Du gabst mir ein Leben! Du berührtest mein Herz! Du gabst mir die Fähigkeit zu weinen, zu fühlen und zu lieben. Wenn ich geweint habe, hast du meine Tränen weggeküsst. Wenn ich geschrien habe, hast du die bösen Geister nieder gekämpft. Du nahmst meine finstersten Ängste und spieltest sie ab, wie ein Wiegenlied, wie ein Schauspiel meiner Qual. Ließest mich diese Lektion verstehen, um mich selbst zu finden, um nicht wieder darin zu versinken! Ich brauchte deine Liebe so sehr und du gabst sie mir. Mehr, als ich verdient habe. Ich hätte alles und noch mehr für dich getan. Sollte es schmerzen dich zu lieben? Das tat es! Das tut es!
Du warst alles was ich brauchte, um mich zum Strahlen zu bringen, um mir das Gefühl zu geben, zu leben und nicht nur lebendig zu sein. Konnte ich dir zeigen, was du für mich bist?

Mein Beschützer kann ich dir danken? Du hast mich immer und immer wieder gerettet. Ich muss gestehen, du bist es, der mich immer stärkt, für den ich jeden Tag aufstehe und ich wüsste nicht, wo ich ohne dich wäre. Weil ich zu schwach war, um mich auf meinen eigenen Füßen zu halten. Aber alles was ich brauchte, warst du…bist du! Also führe mich, lenk mich, halt mich, versteck mich. Mit allem, was du bist. Und allem, was du machst. Hör mich. Nimm mich. Forme mich. Zerbrich mich, nur bitte fang mich, wenn ich falle...

Und du hast mich gefangen. Nur dies eine Mal nicht:
Als du meine Hand losgelassen hast um zu gehen.
Und mich an das Leben gebunden hast, welches du hinter dir gelassen hast.
Dein Gesicht verfolgt mich in meinen schönsten Träumen und der Klang deiner Stimme lässt mich jegliche Vernunft vergessen. Aber DICH kann ich nicht vergessen:

Ich erinnere mich an jedes Detail, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich die Schwelle deiner Tür überschritt. Dunkel gekleidet, mit dunkler Sonnenbrille und gesenktem Blick betrat ich dein Reich und damit dein Leben. Erwarteter knallharter Geschäftsmann, entpuppte sich als großer Junge in Rollkragenpulli und blue Jeans.
Ein verschmitztes, aber sympathisches Lächeln und immer einen zynisch-bösen Spruch auf den vollen Lippen.
Erinnerst du dich, dass ich dir nicht in die Augen schauen konnte? Ob du da schon meine gebrochene Seele erkannt hattest???
Obwohl in deinen blauen Augen die Ruhe eines Waldsees lag, bemühte ich mich, deinen Blick zu meiden.
Obwohl ich wusste, dass von dir keine Gefahr ausgeht, offenbarte ich dir nichts von mir.
Oder habe ich genau DAS getan, ohne es zu merken?

Ich habe nie verstanden, was dich an mir interessiert hat, aber umso besser weiß ich, was mich an dir fasziniert hat und mich auch heute noch immer fasziniert:
Die Fähigkeit, bis in die tiefsten Tiefen meiner Seele vorzudringen, Punkte zu berühren, die niemand zuvor entdeckt hat und besonders, mir gnadenlos den Spiegel vorzuhalten und mich anschließend, in meinem Fall, aufzufangen.
Aber weißt du, was mich am Meisten umgehauen hat? Dein Blick. Du hast diesen Blick, mit dem du mich immer angesehen hast und mit dem du mich auch heute noch anschaust, der sofort durch Mark und Bein geht. Als würdest du das Buch zu meinem Herzen, durch einen einzigen Blick, öffnen…Unbeschreiblich.

Was ist es, das mich immer wieder zu dir treibt?
Warum ignoriere ich jede Alarmglocke, die anfängt zu läuten, wenn es um dich geht?
Warum genügt schon ein Blick von dir, um mich schmelzen zu lassen, wie Schnee an einem warmen Frühlingstag?
Warum genügt nur eine Berührung von dir, um meinen ganzen Körper erzittern zu lassen?
Warum reicht schon ein Wort von dir, um mein Herz zum Hämmern zu bringen, wie die Trommeln eines afrikanischen Stammes, die die Hochzeitsnacht zweier junger Liebender einläuten?
Warum reicht es schon, deine Nähe nur zu spüren und ich brenne so voller Leidenschaft, wie die Sonne an einem Vorabend im Herbst, die zärtlich die Spitzen der roten Blätter liebkost?
Warum bist du das Erste, an das ich denke, wenn ich morgens durch den Kuss der ersten Sonnenstrahlen erwache und das Letzte, bevor der Mond am Abend meine Augenlider senkt?
Warum versuche ich dich verzweifelt zu erreichen, obwohl ich dich doch eigentlich nur vergessen will?

Ich habe so sehr versucht mir klar zu machen, dass du gegangen bist, aber ich spüre dich in jeder Faser meines Körpers. Ich kann dich nicht gehen lassen, es zerreißt meine Seele, wenn ich an uns zusammen denke. Ich kann dieses Leben nicht leben ohne dich an meiner Seite. Ich kann nicht ändern wer ich bin. Aber das ist es, was du nie wolltest! Du wolltest nur so lange in mir suchen, bis du mich gefunden und an die Oberfläche gebracht hast!? Ich weiß noch, wie du sagtest, dass du Angst vor dem Tag hast, an dem mein ganzes Licht wieder leuchten kann, wenn ich erstmal mein dunkles Gefängnis verlassen haben werde! Hattest du zu viel Angst? Vor mir? Dabei tat ich alles, alles nur für dich. So tief war ich schon in meiner Welt gefangen, bis du kamst , mich an der Hand nahmst und mich zum Licht führtest! Nur für dich wollte ich in mir nach der Frau suchen, die für so lange Zeit verschollen war! Ich wollte alles sein, was du wolltest, denn das hätte auch ich sein wollen! Nur, um bei dir zu sein! Ich wollte immer nur bei dir sein.
Bin ich die, die du immer wolltest? Auch wenn es jetzt zu spät ist? Zu spät für uns, ja! Zu spät für mich? Nein!

Ich versuche so sehr, nicht an dich zu denken. Aber wer kann entscheiden was er träumt? Wer entscheidet, wen das Herz gefangen hält und nicht bereit ist jemals wieder los zu lassen???
Du bist der Grund, weshalb ich lebe und weshalb ich sterbe.

Denn obwohl Du immer bei mir bist, bin ich die ganze Zeit allein…

7.11.08 12:18

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